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Bild oben Mitte:
Nosferatu“ 1921
Bild unten links:
Der Kongress tanzt“ 1931

 

 
 
 
 
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Nach Ende des Ersten Weltkriegs und der damit einhergehenden Auflösung eines verbindlichen Wertesystems erlebte das deutsche Kino die vielzitierte Ära des expressionistischen Films. Besonders ein Titel ist für diese Zeit zum Synonym geworden: Das Cabinet des Dr. Caligari, geschrieben von Carl Mayer und Horst Jannowitz, produziert von Erich Pommer, inszeniert von Robert Wiene, gespielt von Werner Krauss, Lil Dagover, Conrad Veidt - mit den berühmten Bauten von Walter Reimann, Walter Röhrich und Hermann Warm. Der ’Caligari’-Film markiert gleichzeitig den Beginn einer künstlerisch ungewöhnlich fruchtbaren Etappe.

Regisseure wie Ernst Lubitsch, Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau, aber auch Namen wie Lupu Pick, Paul Leni oder E.A. Dupont schufen das goldene Zeitalter des deutschen Films.

Die berühmte Filmhistorikerin Lotte Eisner nannte diese Epoche die der ’dämonischen Leinwand’.
Der maßgebliche Teil dieses Filmerbes wird materiell und rechtlich von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung bewahrt.

Die herausragenden Beispiele dieses Erbes zählen zu den Klassikern der deutschen Filmgeschichte schlechthin.

Oberflächlich betrachtet könnte man diese Filme kurzerhand unter dem Begriff ’Stummfilmzeit’ zusammenfassen und darunter gleichzeitig die Epoche des Schwarzweiß-Films verstehen. Doch ist der Stummfilm niemals stumm gewesen und der Schwarzweiß-Film nur selten schwarzweiß - ein Umstand, der nicht ohne Bedeutung für die Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeit der Murnau-Stiftung ist.

Farbe: Bereits um die Jahrhundertwende versuchten die technischen Abteilungen der Filmmanufakturen, das ursprünglich schwarzweiße Filmmaterial in Form eingefärbter Kopien in den Handel zu bringen. Das Spektrum reichte dabei von der anfänglichen Handkolorierung Einzelbild für Einzelbild bis zur späteren monochromen Einfärbung ganzer Filmsequenzen.


Ton: Kurz nach der Jahrhundertwende gab es Versuche, das Laufbild mit Ton zu kombinieren. Die Tonquelle war dabei immer eine separate Apparatur wie etwa ein mit dem Filmprojektor synchron geschaltetes Grammophon.
Seit Beginn der 20er Jahre gab es Bestrebungen, den Ton unmittelbar auf den Filmstreifen zu bringen, um die exakte Synchronität von Bild und Ton zu gewährleisten.
Hierzu erwähnenswert: das TriErgon-Verfahren der deutschen Erfinder Engel, Vogts und Masolle.
Ende der 20er Jahre hatte sich dann das so genannte Lichttonverfahren durchgesetzt, bei dem die akustischen Signale in Lichtimpulse umgewandelt und am Rand des Filmstreifens aufgebracht wurden. Beim Abspielen mit einem Tonprojektor vollzog sich der Prozess umgekehrt: aus Lichtimpulsen wurden Tonsignale.

Sowohl bei der Erfindung des Tonfilms als auch bei der Entwicklung von Farbfilmverfahren waren deutsche Erfinder maßgeblich beteiligt. Von entscheidender Bedeutung war jedoch der künstlerische Umgang mit der Tonfilmtechnik. Von besonderem Rang sind dabei Meisterwerke wie Josef von Sternbergs Der blaue Engel mit Marlene Dietrich von 1930.

Die Einführung des Tonfilms hatte unter anderem zur Folge, dass eine Vielzahl von Musicals, Operetten und Revuefilmen entstand. So konnten die neuen technischen Möglichkeiten optimal eingesetzt werden.

Filme wie Der Kongress tanzt (1930), Die Drei von der Tankstelle (1931) oder F.P. 1 antwortet nicht (1932) wurden gleichzeitig in mehreren Sprachen produziert und bescherten der Ufa internationalen Erfolg. Überhaupt gehören die frühen 30er Jahre zu den fruchtbarsten Phasen der deutschen Filmindustrie. 195 abendfüllende Produktionen werden 1931 fertiggestellt, im darauffolgenden Jahr 168.
In dieser Zeit der Massenarbeitslosigkeit, der Straßenkämpfe und der permanenten Regierungskrisen entsteht in Deutschland kaum ein Film, in dem nicht gesungen, musiziert und getanzt wird. So wird das Ende der Weimarer Republik von einer Komödienschwemme in den Kinos begleitet.
Aber auch ernste Filme, wie Fritz Langs M - Eine Stadt sucht einen Mörder (1931) nutzten die neuen technischen Möglichkeiten des Tons auf virtuose Weise.

 

 

Das Cabinet des Dr. Caligari 1920

Der Golem wie er in die Welt kam 1920

Tagebuch einer Verlorenen 1929

Der letzte Mann 1924

Der blaue Engel 1930

F.P.1 antwortet nicht 1932

Die Drei von der Tankstelle 1930
Filmgeschichte bis 1919
Filmgeschichte 1933-1945