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Die Bestände der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung vereinen den bedeutendsten
Teil der deutschen Filmgeschichte, darunter die großen Stummfilmklassiker
der zwanziger Jahre.
Während der Weimarer Republik genoss der deutsche Film Weltruhm. Bis es
soweit war, bedurfte es der Experimentierfreude etlicher Erfinder, Schausteller,
Ingenieure und Visionäre, die den Weg von der ersten öffentlichen Filmvorführung
im Jahre 1895 zu den künstlerischen Höhepunkten der zwanziger Jahre
bahnten.
Die ersten 15 Jahre der Filmgeschichte waren daher auch eher eine Geschichte
des Kinos. Die Lichtspielhäuser warben mit ihrer Ausstattung,
bequemen Sitzen, regelmäßiger Frischluftzufuhr
sowie dem Hinweis, dass nur ’die neuesten Filme‘
zu sehen seien. Doch die Tatsache, dass immer mehr bekannte
Bühnendarsteller sowie renommierte Autoren für
das Kino arbeiteten, trug entscheidend dazu bei, dass der
Film gesellschaftlich akzeptiert wurde.
Vor allem aber entstand eine Form, die etwa bis 1912 noch nicht bekannt gewesen
war: der abendfüllende Spielfilm. Dieser löste nach und nach die Einakter-Programme
ab, welche die Kinematographenbesitzer bis dahin nach Gusto kombiniert hatten.
Zu Beginn der 10er Jahre lockten die Kinos dann erstmals ihr Publikum mit konkreten
Filmtiteln und bald auch mit ihrem Namen von Schauspielerinnen
und Schauspielern. Henny Porten und die Dänin Asta
Nielsen wurden die ersten Stars des deutschen Films.
Die Regisseure anspruchsvoller Filme achteten vor allem auf die Auswahl geeigneter
Stoffe und auf eine der Leinwand angemessene Schauspielweise.
Darüber hinaus bedienten sie sich bereits der Montage,
der komplexen Kameraarbeit sowie phantasiereicher Dekors
und Kostüme. Diese Mittel wurden dann in den 20er Jahren
zunehmend virtuos eingesetzt.
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